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BRUNO MANSER WIRD BASLER FILMIKONE

01.02.2017
BRUNO MANSER WIRD BASLER FILMIKONE


25 Jahre nach Gründung des Bruno Manser Fonds wird das Leben des Schweizer Umweltaktivisten verfilmt. Das Budget des Spielfilms beträgt 4.6 Millionen Schweizer Franken und wird zu wesentlichen Teilen von privaten Personen getragen. Der Abenteuerfilm wird ab Oktober 2017 an Originalschauplätzen in Basel, Borneo und New York gedreht. Der 28jährige Basler Schauspielstar Sven Schelker wird im Film «Paradise War» Bruno Manser verkörpern.


Bereits 1994 sollte das abenteuerliche Leben des Schweizer Regenwaldschützers Bruno Manser verfilmt werden. Für Warner Brothers verfasste Oscar-Preisträger David Franzoni («Gladiator») ein Drehbuch, das allerdings nie umgesetzt wurde. Zum 25-Jahr-Jubiläum des Bruno Manser Fonds holt eine Schweizer Produktion nach, was Hollywood verpasst hat. Heute gaben die Filmgesellschaft «A Film Company», der Bruno Manser Fonds und die Familie von Bruno Manser Details zu ihrer strategischen Partnerschaft für die Realisierung des Films «Paradise War – Die Bruno Manser Story» bekannt.

Kaspar Müller, Erbenvertreter von Bruno Manser, sagte: «Bruno Manser ist eine der grössten Basler Persönlichkeiten des 20. Jahrhundert. Mit seinem mutigen Wirken für die Penan und den Regenwald hat er die Welt aufgerüttelt. Der Bruno Manser Fonds hat seinen Kampf auf eine neue Ebene gebracht, indem er Landrechte verteidigt und erfolgreich gegen Korruption vorgeht. Auch der geplante Spielfilm, dessen Entwicklung ich seit 8 Jahren begleite, wird dazu beitragen, dass Bruno Manser mit seinen Werten auch im 21. Jahrhundert viele Menschen inspiriert und ihnen Mut macht, sich für eine bessere Welt einzusetzen.»

Niklaus Hilber inszeniert den Basler Abenteuerhelden Bruno Manser

Grundlage für die Verfilmung des im Mai 2000 verschollenen Manser ist ein Drehbuch von Niklaus Hilber und Patrick Tönz. Die Regie wird der mit dem Zürcher Filmpreis 2015 ausgezeichnete Niklaus Hilber («Amateur Teens») übernehmen. Die Handlung im Dschungel von Malaysia fokussiert auf Mansers Kampf für das Nomandenvolk der Penan gegen global tätige Holzkonzerne. Dieser Kampf widerspiegelt eindrucksvoll die Zerrissenheit des modernen Menschen zwischen Abhängigkeit von der Natur und gleichzeitiger Getriebenheit durch die eigene Gier in einer globalisierten Welt.

«Was mich an Manser so fasziniert, ist, dass er ohne erkennbaren Eigennutzen bereit ist, für ein kleines, unbedeutendes Volk am Ende der Welt zu kämpfen und in letzter Konsequenz sogar sein Leben zu opfern. Diese selbstlose Hingabe macht für mich einen wahren, zeitgemässen Helden aus.»

Von Spezialeinheiten der malaysischen Armee gejagt, flüchtete Manser 1990 in die Schweiz, gründete den Bruno Manser Fonds und machte mit waghalsigen Aktionen auf die fatalen Auswirkungen des Handels von Tropenholz und das tragische Schicksal der Penan aufmerksam. Im Jahr 2000 ging er heimlich nach Malaysia zurück und verschwand dort spurlos. Bis heute ist sein Schicksal ungeklärt.

Berlinale-Star Sven Schelker als Bruno Manser

Verkörpert wird Bruno Manser durch den 28-jährigen Basler Schauspieler Sven Schelker, der für seine Rolle in «Der Kreis» 2015 an der Berlinale und mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet wurde und auch bei der US-Fernsehserie «Homeland» mitwirkte. «Ich habe Bruno Manser das erste Mal mit sechs Jahren in der Schule kennen gelernt und bin völlig fasziniert von diesem Basler David, der gegen den globalen Goliath kämpft», sagt Schelker. «Bruno weiss, dass dieses Dschungelvolk ohne ihn keine Chance hat. Die Penan sprechen weder Malaysisch noch Englisch. Auch kennen sie das Leben ausserhalb des Dschungels nicht. Und der Feind ist sehr, sehr gross. Ich freue mich enorm auf diese monumentale Rolle.»

Finanzierung durch den Bund, beide Basel und grosszügige Private

Die Dreharbeiten werden nach Abschluss der gegenwärtig laufenden Finanzierungsphase im Oktober 2017 aufgenommen. Gedreht wird an insgesamt 50 Tagen in Basel, New York und auf Borneo. Die Penan werden teilweise von Nachfahren jener Penan gespielt, bei denen Bruno Manser lebte. «Paradise War» ist eines der komplexesten und ambitioniertesten Schweizer Filmprojekte der letzten Jahre, da wir unter extremen Bedingungen an unzugänglichen Orten im Dschungel drehen.», sagte Produzent Valentin Greutert. «Der Bruno Manser Fonds ist für uns ein wichtiger Partner, was die Logistik und die Beziehungen zu den Penan anbelangt. Ohne die langjährigen Erfahrungen des BMF wäre dieser Film so nicht umsetzbar. Daher ist die strategische Kooperation für die gute Vorbereitung und den Erfolg dieses Projektes zentral.»

Private Filmfinanzierung: „Executive Producer“

Gemäss Greutert konnten innerhalb von sechs Monaten 70% (CHF 3.3 Mio.) der Finanzierung gesichert werden, u.a. dank Beiträgen des Bundesamts für Kultur (CHF 1 Mio), der Kulturförderung beider Basel und der Christoph-Merian-Stiftung sowie privater Investoren, die bislang fast eine Million Schweizer Franken beisteuern. Dieses überwältigende Engagement auch von privaten Persönlichkeiten zeigt, dass die Ideale und Werte von Bruno Manser immer noch von vielen Menschen geteilt werden.

Für interessierte Personen und Stiftungen besteht weiterhin die Möglichkeit, in den Film zu investieren und so Teil eines einzigartigen Projektes zu werden. So können weitere zehn «Executive Producers» mitmachen, wenn sie je CHF 100'000.- beisteuern. Als Gegenleistung winken die Beteiligung am Erfolg des Filmes und verschiedene Privilegien wie Set-Besuche oder exklusive Premieren.

Film als zentrales Medium der Sensibilisierung

«Wir freuen uns, dass mit der Realisierung von «Paradise War» der Regenwald von Borneo und das Schicksal der Penan für ein grosses Publikum ins Bewusstsein rücken wird», sagte Lukas Straumann, Geschäftsleiter des Bruno Manser Fonds. «Der Film ist für uns ein zentrales Mittel der Sensibilisierung. Wir hoffen insbesondere, dass der Film auch in Malaysia eine neue Auseinandersetzung mit Bruno Manser auslösen wird.»

Neben dem Spielfilm «Paradise War» befasst sich auch der Dokumentarfilm The Borneo Case mit Bruno Manser und der Entwicklung in Borneo seit seinem Verschwinden. The Borneo Case wird ab Frühjahr 2017 in der Schweiz gezeigt.



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by moxi